45 YEARS / Filmografien

Filmografien

CHARLOTTE RAMPLING
(Kate)

„Es gibt einen alten Witz unter Schauspielern, wenn man eine Szene probt und an eine bestimmte Textstelle kommt, sagt man: »Den Satz brauche ich nicht, das mache ich mit einem Blick.« Aber die meisten schaffen das nicht, und der Satz kommt wieder rein. Aber manche können das doch, sie können mit einer Geste, einem Blick mehr ausdrücken als die meisten mit 10 Worten. Das ist der Grund, warum dieser Preis an Charlotte Rampling geht.“
(Jury-Mitglied Ian Hart bei der Verleihung des Darstellerpreises auf dem Edinburgh Film Festival)

Geboren 1946 in Sturmer, England. Nach der Schauspielausbildung am Londoner The Royal Court debütierte Charlotte Rampling 1964 in Richard Lesters THE KNACK, 1966 spielte sie ihre erste Hauptrolle in GEORGY GIRL (R: Silvio Silvio Narizzano). Es folgten u.a. LA CADUTA DEGLI DEI – DIE VERDAMMTEN (1969, R: Luchino Visconti), IL PORTIERE DI NOTTE (1974, R: Liliana Cavani) und LA CHAIR DE L’ORCHIDÉE (1974, R: Patrice Chéreau). 1975 drehte Charlotte Rampling mit FAREWELL, MY LOVELY (1975, R: Dick Richards) ihren ersten Film in den USA, es folgten u.a. STARDUST MEMORIES (1980, R: Woody Allen) und THE VERDICT (1982, R: Sydnet Lumet). Ihre weitere Filmografie umfasst u.a. ON NE MEURT QUE DEUX FOIS (1985, R: Jacques Deray), für den sie die erste ihrer vier César-Nominierungen erhielt, MAX, MON AMOUR (1986, R: Nagisa Oshima), ANGEL HEART (1987, R: Alan Parker), THE WINGS OF THE DOVE (1998, R: Iain Softley), THE CHERRY ORCHARD (2000, R: Michael Cacoyannis) und SIGNS & WONDERS (2000, R: Jonathan Nossiter).

Mit SOUS LE SABLE (2000, nominiert zum Europäischen Filmpreis als Beste Darstellerin) begann ihre Zusammenarbeit mit François Ozon, mit dem sie SWIMMING POOL (2003), ANGEL (2006) und zuletzt JEUNE ET JOLIE (2013) drehte. Zu Charlotte Ramplings jüngeren Arbeiten zählen VERS LE SUD (2005, R: Laurent Cantet), LEMMING (2006, R: Dominik Moll), CAÓTICA ANA (2007, R: Julio Medem), THE DUCHESS (2008, R: Saul Dibb), LIFE DURING WARTIME (2009, R: Todd Solondz), BABYLON A.D. (2009, R: Matthieu Kassovitz), MELANCHOLIA (2011, R: Lars von Trier), I, ANNA (2012, R: Barnaby Southcombe) und NACHTZUG NACH LISSABON (2013, R: Bille August).

2001 erhielt Charlotte Rampling den César d`Honneur. Zu ihren weiteren Auszeichnungen zählen der Joseph Plateau Award (1987), der Lifetime Award des Stockholm Film Festivals, der Europäische Filmpreis 2003 für SWIMMING POOL und der Locarno Excellence Award 2012. Für ihre Rolle in 45 YEARS wurde sie auf der Berlinale 2015 mit dem Silbernen Bären und auf dem Edinburgh Film Festival als Beste Darstellerin ausgezeichnet.

TOM COURTENAY
(Geoff)

"Mein Freund Albert Finney hat diesen Preis, ich glaube, das war im Jahr 1985, gewonnen … Ich habe also gerade mal 30 Jahre gebraucht, um mit ihm gleichzuziehen.“
(Tom Courtenay bei der Berlinale-Preisverleihung)

Geboren 1937 in Hull, England. Schauspielstudium an der Royal Academy of Dramatic Arts in London, anschließend gefeierte Bühnenengagaments. Für seine erste Film-Hauptrolle in DIE EINSAMKEIT DES LANGSTRECKENLÄUFERS (1962, R: Tony Richardson) wurde Tom Courtenay mit dem BAFTA-Award als Bester Newcomer ausgezeichnet, 1963 für John Schlesingers BILLY LIAR mit dem BAFTA-Award als Bester Schauspieler. Es folgten u.a. GEHEIMAKTION CROSSBOW (1965, R: Michael Anderson) und KING RAT (1965, R: Bryan Forbes). Für seine Rolle des Pasha in David Leans DOKTOR SCHIWAGO (1965) wurde er zum Oscar als Bester Schauspieler in einer Nebenrolle nominiert. Danach konzentrierte sich Tom Courtenay zunehmend auf die Bühne und war nur noch selten in Filmrollen zu sehen, u.a. in DIE NACHT DER GENERALE (1967, R: Anatole Litvak), A DANDY IN ASPIK (1968, R: ANTHONY MANN), EIN PECHVOGEL NAMENS OTLEY (1969, R: Dick Clement) und EIN TAG IM LEBEN DES IWAN DENISSOWITCH (1970).

1977 hatte Tom Courtenay sein erstes Broadway-Engagement in OTHERWISE ENGAGED, für das er eine Tony-Nominierung erhielt und mit dem Drama League Award ausgezeichnet wurde. 1983 spielte er nach einer langen Filmpause zusammen mit Albert Finney in THE DRESSER – EIN UNGLEICHES PAAR (R: Peter Yates) und wurde mit dem Golden Globe ausgezeichnet und zum Oscar nominiert – ebenso wie Albert Finney, der ihm auf der Berlinale allerdings den Silbernen Bären als Bester Darsteller wegschnappte. Zu seinen weiteren Filmen zählen HAPPY NEW YEAR (1987, R: John Avildsen), BILL COSBY – DIE SUPERKANONE (1987, R: Paul Weiland), LET HIM HAVE IT (1991, R: Peter Medak), A RATHER ENGLISH MARRIAGE (1998, R: Paul Seed, BAFTA-Award als Bester Darsteller), WHATEVER HAPPEND TO HAROLD SMITH (1999, R: Peter Hewitt), LAST ORDERS (2001, R: Fred Schepisi – nominiert zum Europäischen Filmpreis) und NICHOLAS NICKLEBY (2002, R: Douglas McGrath).

Zuletzt war Tom Courtenay in QUARTETT (2012, R: Dustin Hoffman), NACHTZUG NACH LISSABON (2013, R: Bille August) und THE LEGEND OF BARNEY THOMSON (2015, R: Robert Carlyle) zu sehen. 2001 wurde Tom Courtenay für seine Verdienste um Film und Theater zum Ritter geschlagen.

GERALDINE JAMES
(Lena)

Geboren 1950 in Maidenhead, England. Schauspielausbildung am The Drama Centre in London. Zu Geraldine James Kinorollen zählen Richard Attenboroughs GHANDI 1982), THE TALL GUY - DAS LANGE ELEND (1989, R: MEL SMITH), SCREEN ONE - EINE UNWÜRDIGE FRAU (1989, R: Peter Hall), für den sie mit dem Darstellerpreis der Internationalen Filmfestspiele von Venedig ausgezeichnet wurde, IF LOOKS COULD KILL (1991, R: William Dear), BELTENEBROS (1991, R: Pilar Miró), WORDS UPON THE WINDOW PANE (1994, R: Mary McGuckian), AGENT NULL NULL NIX (1997, R: Jon Amiel) und KALENDER GIRLS (2003, R: Nigel Cole). Zuletzt war sie zu sehen u.a. in Guy Ritchies SHERLOCK HOLMES (2009) und SHERLOCK HOLMES – SPIEL IM SCHATTEN (2011), Tim Burtons ALICE IN WONDERLAND (2010), MADE IN DAGENHAM (2010, R: Nigel Cole) und VERBLENDUNG - THE GIRL WITH THE DRAGON TATOO (2011, R: David Fincher).

Für ihre Rollen in den TV-Produktionen DUMMY (1977, R: Franc Roddam), THE JEWEL IN THE CROWN (1984), BAND OF GOLD (1995) und THE SINS (2000) wurde Geraldine James jeweils für den BAFTA Award nominiert. Auch auf der Bühne zählt Geraldine James zu den renommiertesten britischen Schauspielerinnen, sie spielte u.a. am Old Vic, am National Theatre, und am Broadway – für ihre Rolle in DER KAUFMANN VON VENEDIG (1990) unter Regie von Sir Peter Hall wurde sie u.a. für einen Tony Award nominiert. 2003 wurde Geraldine James als Officer of the British Empire ausgezeichnet.

ANDREW HAIGH
Buch und Regie

"Ein still explosiver Film, der klassisches Filmemachen in seiner besten Form darstellt. 45 YEARS ist ein ebenso zurückhaltender wie provokativer Film, eine meisterhafte Lehrstunde in zurückgenommenem Schauspiel. Das Votum der Jury war einstimmig.“
(Michael Powell Award –Besten britischer Spielfilm, Edinburgh Film Festival 2015)

Geboren 1973 in Harrogate, UK. Bevor Andrew Haigh seinen ersten Kurzfilm OIL (2003) realisierte, arbeitete er als Schnitt-Assistent, u.a. für Ridley Scotts GLADIATOR (2000) und BLACK HAWK DOWN (2001) – eine Arbeit, die er u.a. mit KINGDOM OF HEAVEN (2005) und HANNIBAL RISING (2007, R: Peter Webber) fortsetzte. 2009 drehte er seinen ersten langen Spielfilm GREEK PETE, der u.a. mit dem Jurypreis auf dem Atlanta Film Festival und dem Spezialpreis auf dem Los Angeles Outfest ausgezeichnet wurde. Gleich mit seinem zweiten Spielfilm WEEKEND (2011) gelang Andrew Haigh der Durchbruch – der Film gewann über 15 Filmpreise, darunter den MovieZone Award auf dem Rotterdam International Film Festival, den London Film Critics Award als bester Nachwuchsregisseur, zwei British Independent Film Awards und den Evening Standard Award für das beste Drehbuch.

45 YEARS ist Andrew Haighs dritter Spielfilm. Er wurde u.a. auf der Berlinale 2015 mit zwei Silbernen Bären für die Darsteller Charlotte Rampling und Tom Courtenay sowie auf dem Edinburgh International Film Festival mit dem Michael Powell Award als bester britischer Film ausgezeichnet. Andrew Haigh ist zurzeit Executive Producer der zweiten Staffel der HBO-Serie Looking, für die er selbst bereits mehrere Folgen geschrieben und inszeniert hat.

LOL CRAWLEY
Kamera

Geboren 1974 in Shrewsbury, England. Zunächst Kameramann zahlreicher Kurzfilme, u.a. LOVE ME OR LEAVE ME ALONE (2003, R: Duane Hopkins), der u.a. den Preis für die Beste Bildgestaltung auf dem Brest International Film Festival gewann. 2008 folgte mit dem weltweit preisgekrönten BALLAST (R: Lance Hammer) Lol Crawleys Debüt als Kameramann für einen langen Spielfilm, ausgezeichnet u.a. mit dem Kamerapreis in Sundance und einer Nominierung für den Independent Spirit Award.

Es folgten u.a. BETTER THINGS (2008, R: Duane Hopkins), der BAFTA-Award-Gewinner FOUR LIONS (2010, R: Christopher Morris), DONKEYS (2010, R: Morag McKinnon), HERE (2011, R: Braden King), die TV-Serie THE CRIMSON PETAL AND THE WHITE (2011, R: Marc Munden, nominiert zum BAFTA-Award für Bildgestaltung) und ON THE ICE (2011, R: Andrew Okpeaha MacLean), für den Lol Crawley mit dem Kamerapreis des Woodstock Film Festival ausgezeichnet wurde. Zu seinen jüngsten Arbeiten als Kameramann gehören HYDE PARK AM HUDSON (2012, R. Roher Michell, nominiert zum Golden Frog von Camerimage) und Justin Chadwicks MANDELA: DER LANGE WEG ZUR FREIHEIT (2013).